Ode an P.s Fernseher // Ode to P’s TV

Als ich dich kennenlernte, hatte P. noch dieses schreckliche, selbstgebaute Holzbett, das mir beim Aufstehen beinahe die Beine abtrennte, so hoch waren die Bettseiten. Du standest rechts hinten in der Ecke im Schlafzimmer, klein und unscheinbar und ideal, um im Bett noch einen Film oder ein paar Minuten Fernsehen vor dem Einschlafen einzuschieben. Mit der Zeit lernte ich, im Dunkeln die Taste für Helligkeit und Farbintensität zu finden, die du beim Ausschalten aus unerklärlichen Gründen immer wieder in die Ausgangsposition zurückstelltest, egal, wie oft ich fluchte. Als wir in unsere gemeinsame Wohnung zogen, kamst du mit. Erst in P.s Zimmer und später, nach einer längeren Grippe und vielen Diskussionen, mit nach hinten ins Schlafzimmer. Du wurdest Aufstiegspunkt in die Regale für Lefti, Ablagepunkt für Schmutzwäsche, Hindernis für Pestos Kugelbauch. Auf dir haben wir das Fußball-WM-Finale zu Ende geschaut vor ein paar Jahren, weil wir so müde waren. Dann kam die digitale Revolution und da konntest und wolltest du nicht mehr mit. Also trug ich dich heute morgen schweren Herzens in mein Auto und fuhr mit dir auf den Wertstoffhof. Mit dir war alles in Ordnung. Nur hattest du deine Funktion endgültig verloren in der Welt des digitalen, röhrenfreien Wahnsinns. Machs gut Kleiner. War schön mit dir. 😦

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When I met you, P. still had this horrible, horrible self-made bed that threatened to cut my legs in half every time I got out or into it. The bed sides were freakishly high. There you were, in the outer right corner of P’s bedroom. Small, plain and perfect to watch a movie in bed or a couple of minutes worth of TV on before falling asleep. After a while I learnt to find your buttons for color and light adjustments in the dark because you chose, for some reason that will remain a mystery, to reset the picture to dark default every time we turned you off. Later, when we moved in together, you first went to P’s room.  After a ridiculous amount of discussion and a lengthy flu, you were then allowed back into the bedroom. And so you became an important step for Lefti on his way to the bedroom closet, interim shelf for laundry, and an obstacle for Pesto’s belly. We watched the end of the finals of the soccer world cup on you a couple of years ago, because we were soooo tired. And then came the digital revolution. A step too much for you. You couldn’t and wouldn’t be adapted to that. And so, with a heavy heart, I picked you up this morning, carried you to my car and drove you to the recycling center. Even though you were fine. You had just lost your function in a world full of tubeless TVs. Farewell, little one. I liked you a lot. 😦

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