Alles leer, oder was? // Containers are life!

Viele Jahre meines Lebens führte der Schrank unter meiner Spüle ein heimliches Leben als Hauptstadt der leeren Vorratsbehälter. Ich war süchtig nach ihnen. Immer, wenn ich ein besonders interessantes oder hübsches Exemplar entdeckte, kaufte ich es voller Überzeugung, das mit ihm mein Leben nachhaltiger, meine Vorräte sicherer und mein Kühlschrank so viel cooler werden würden. Ganz zu schweigen davon, dass ich mit ihnen sicher all meine Träume von Outdoorabenteuern erfüllen würde. Das Problem war, ich füllte die Behälter nie. Ich unternahm nie Reisen, auf denen ich Vorräte mitnehmen musste, nahm nie Getränke mit unterwegs. Packte mir nie Essen ein, um picknicken zu gehen. Und so waren sie irgendwann neben einem unnötigen Berg Kunststoff auch ein Mahner der nicht gefüllten Leeren in meinem Leben.

Das änderte sich auch nicht, als P. und ich 2005 zusammenzogen, im Gegenteil. Wir begannen eine Odyssee durch die Tupperware-Parties der Region, gaben sogar selbst einmal eine. Der Berg unter meiner Spüle zog um in unsere Küchenanrichte und wuchs so lange, bis die Kapazität der „Tupperschublade“ schlicht erreicht war. Zu diesem Zeitpunkt begannen wir, die leeren Behältnisse so langsam ihrer Bestimmung entsprechend zu nutzen. Wir froren Essen in ihnen ein, verstauten Reste, nahmen Proviant auf Autoreisen in ihnen mit. Die Leere wurde nach und nach zu einem genutzten Raum. Trotzdem standen immer noch viel zu viele ungenutzte Exemplare in unserem Schrank. Nach einem kurzen Ausflug der Plastikwelle in die Schublade über der Tupperschublade nahm sich P. dann des Problems an. Sie hatte den Minimalismus für sich entdeckt und begann, alle wirklich seit langem ungenutzten Behälter zu verkaufen oder zu verschenken. Immer nach Absprache der jeweiligen Objekte, natürlich.

Inzwischen ist es übersichtlich geworden in der Tupperschublade. Als ich sie heute morgen öffnete, war im Vergleich zu früher kaum etwas darin. Ich nahm ein kleines Behältnis und füllte mir etwas Kokosmilch hinein für meinen Kaffee, den ich in meinem Kaffeebecher an der Tankstelle zu holen gedachte (und auch tat). All unsere Utensilien sind in Gebrauch. Sind er-, be- und gefüllt. Und manchmal wird es schwer, einen Behälter zu finden, wenn wir mal etwas außer der Reihe einfrieren wollen.

So hatte ich mir das eigentlich ja auch vorgestellt. Aber ohne P. wäre das alles (wie viele andere Dinge in meinem Leben) nix geworden.

________

For many years, the cupboard under my kitchen sink was the secret capital and home of empty food storage containers. I was addicted to them. As soon as I laid eyes on a particularly interesting or beautiful item, I would buy it – convinced that it would make my life more sustainable, my food safer and my fridge life so much cooler. And of course they would lead me to a life of outdoor adventures. Problem was, I never filled them. I never travelled, never packed a drink for a trip. I never picknicked, either. And this is how they somehow became silent, gaping reminders of the emptinesses in my life, of opportunities unmet.

This didn’t really change when P. and I decided to cohabitate in 2005. On the contrary. We embarked on what can only be described as a rampage through the tupperware parties of our region, we even hosted, too. The mountain of plastic relocated from under my sink to our kitchen sideboard and kept growing until the „tupper drawer“ had reached the absolute limits of its capacity. This is when we started using the gapingly empty containers according to its intended use. We started freezing food, stored away leftovers, and took food with us on our travels. And step by step we started using the emptinesses they provided. Yet, there were still quite a bit of unused boxes and bowls in our cupboard. When the plastic wave shortly started its invasion to the drawer above the tupperware drawer, P. swooped in to change that. She had discovered her love for minimalism and started selling and giving away those items we had never used and never would. After talking to me about it, of course.

By now, our tupper drawer has become a haven of utility. When I opened it today, it was usefully empty. I took a small container to put my coconut milk in, which I intended to use for my coffee I still needed to get with my travel mug at the gas station (and did, too). All our utensils, bowls and containers are put to use. They are filled regularly and sometimes it is hard to find an empty one if we are about to freeze something out of the ordinary.

This is, what I had originally intended. And without P. – like so many other things in my life – it wouldn’t have happened.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.