Eier in der Hose. // It takes balls.

Vor einiger Zeit begann mein Geturtel mit dem, was bei mir so in der Hose täglich mitfährt. Nachdem die Narben der Mastek immer weniger Aufmerksamkeit verlangten, meldete sich in meiner Hose eine Stimme zu Wort und wollte Beachtung. Was ist hier unten eigentlich los? Auf den entsprechenden Blogpost (bei Interesse zu finden hier) gab es aus meinem Umfeld deutlich geteilte Reaktionen die von „ich habe nur drauf gewartet“ bis „echt jetzt? du, äh, echt jetzt?“ rangierten.

Nachdem ich alles aufgeschrieben hatte, was mir zu diesem Zeitpunkt im Kopf herumgeisterte, passierte Folgendes: Alles beruhigte sich wieder. Bis auf die Gedanken bezüglich meiner Fantasien und auch dazu, was cis-Menschen zu mir potenziell möglicherweise sagen würden bzw. ob sie jemanden wie mich begehrenswert finden (hypothetisch ohne Ende, denn ich habe eine cis-Partnerin, die mich cool findet, und daran ändert sich hoffentlich erst mal nix). Im Sinne meiner Identitätsfindung als Transmensch finde ich genau das aber trotzdem ziemlich wichtig. Wirke ich als Männlichkeit anders, als als Lesbe? Meine Wirkung als Lesbe war mir ja ausreichend bekannt. Aber wie ist das jetzt? Aussagen verschiedener Menschen lassen vermuten, dass sich ihre Wahrnehmung verändert hat. Aber vielleicht betrifft das auch eher Menschen meines Umfelds, die nicht lesbisch sind.

Ehrlich gesagt merke ich gerade, dass ich ziemlich vom Weg abgekommen bin. Eigentlich wollte ich woanders hin: Nachdem ich also alles aufgeschrieben hatte, kehrte wieder etwas Ruhe ein. Mir wurde klar, dass ein Klitpen eine unglaublich lächerliche Menge an Zeit zur Heilung und wiederholte Krankenhausaufenthalte benötigen würde. Und weder habe ich die, noch will ich sie bei meiner Ausgangslage für ein zweifelhaftes Stehpinkelerlebnis bemühen. Mit anderen Worten, ein anderes Selbstempfinden muss her. Frieden mit dem, was ist. Oder auch: nachhelfen bei dem, was nicht ist. Auftritt: mein Packer „Mr. Limpy“. Ein „Packer“, das ist ein Silikongebilde in Form eines Penisses. Er ist weder für sexuelle Aktivitäten noch zum Pinkeln geeignet und erfüllt lediglich die Aufgabe, Eier in die Hose zu packen.

Mr. Limpy lag schon länger in meiner Boxershortsschublade zusammen mit einigen anderen Dingen, die ich seit Beginn meiner Transition zum Thema Eier angeschafft und für nicht praktikabel befunden hatte. Doch dann kam der „Joey“ (nähere Infos hier zu Aussehen und Verwendung), ein schlichter Beutel aus buntem Stoff mit Öffnung (durch den man den Schaft des Packers führt), den man sich mit einer großen Sicherheitsnadel im Bund der Boxershorts befestigt. Und was soll ich sagen: Ich war begeistert. Das Erlebnis eines Gewichts in der Hose macht mir ein wohlig-vollständigeres Gefühl, das ich nie für möglich gehalten hätte und sorgt beim Toilettengang bei mir obendrein regelmäßig für Gelächter in der Kabine, wenn er beim Herunterziehen der Boxer einfach wie eine Jahrmarktsschaukel nach unten durchschwingt (wahlweise auch wie eines der Katapulte aus Herr der Ringe nach Abschuss der Steine) und gerade mal so NICHT den hygienisch etwas bedenklichen Boden küsst. Das ganze Ensemble hat mich in etwa 40 Euro gekostet und ist denkbar einfach in der Handhabung. Auch beim Sport enttäuscht Mr. Limpy nicht durch abtrünniges Verhalten. In die Badebose werde ich ihn kaum entführen, weil der nasse Zustand der Hose mir dann doch zu joker wäre – ich kann mir Besseres vorstellen, als nach Mr. Limpy und meiner Badehose tauchen zu müssen. Aber alles in allem bin ich hoch zufrieden.

Trag ich das Ding jetzt täglich? Nee. Manchmal bin ich einfach zu faul, morgens noch ein weiteres „Kleidungsstück“ anzulegen. Und ich fühle mich ja auch „ohne“ durchaus wohl. Aber es ist schön, zu wissen, dass ich jederzeit darauf zugreifen kann. Und der Herzensdame gefällts auch. 🙂

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Quite some time ago now I began my romance with what rides in my boxers every day. After my top surgery scars required less and less attention, a nasty little voice in my pants demanded to be heard and wouldn’t go away. So, what was going on? After the respective blogpost (which can be reread here), my social surroundings gave me feedback ranging from „to be honest, I was just waiting for that“ to „seriously? I mean, SERIOUSLY?“.

After I had written down what was pesting my thoughts at that point of time, the following happened: the topic went cold almost immediately. Apart from my thoughts concerning my phantasies, and whether or not cis-people could find me attractive (hypothetically speaking, because I have a cis-partner who likes me and hopefully that won’t change sometime soon). Speaking in terms of finding my identity as a trans person I still find these questions valid and important, though. Do I have a different effect when being perceived as masculine as opposed to female lesbian? As a lesbian I knew, where I stood. But what about now? Statements of different people suggest that something has changed. Maybe that only concerns those people in my surroundings, who are not lesbians?

To be honest, I digressed a little here. Initially I wanted to go this way for today’s post: So after I wrote down what bugged me, everything went silent again for a bit down there. I realized that meta would ask a ridiculous amount of time to heal and require several surgeries, something I find impossible to master, being self-employed. And all that for a questionable stand-up-peeing-experience, given my growth – no thank you. In other words, I needed to work on my self-perception. I needed to make peace with what I have, or rather help along, where I do not. Enter: my packer „Mr. Limpy“. A „packer“ is a penoid made of silicone that is neither fit for sexual adventures nor does it help you along at the urinal. It only gives you balls, i. e. a bulge in your pants.

Mr. Limpy had made its inert bed for quite some time between my boxers and all the other paraphenalia I had acquired regarding balls during the early days of my transition and deemed unpractical lateron. Along came the „Joey“ (more info about looks and use here), a plain pouch made of fun textiles with a cockring-like opening through which you put the shaft of your packer to then attach it to your boxers with a large safety pin. And what can I say: It was love at first sight. The result was a lovely weight in the front of my pants that produced a comfy and more complete feeling than I had ever thought possible – with the addition of belly-shaking laughter when it swings down like a funfair swing (or one of the catapults from Lord of the Rings after unloading its projectiles, take your pick), JUST ever so slightly missing the slightly sticky floor of the restroom. The whole ensemble cost me about 40 Euros in total and is easy as can be regarding usage. Even while doing sports Mr. Limpy does what he does best: he stays limp. I guess I will not use the setup in my swimming pants, all of it being wet is not quite what I desire and I don’t fancy having to dive after my Mr. Limpy … and my pants. All in all I am highly content, though.

So, do I wear that stuff on a daily basis now? No. Somedays I am just too lazy to put on yet another „piece of clothing“ in the morning. And I feel alright without it. But it is just wonderful to know it is there, when I want it to. And the lady likes it, too. 🙂

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