Morgenmuffel deluxe // Getting my grump on

Wenn mich Testosteron neben gelegentlichen Hulk-Anfällen irgendwo im Alltag wirklich verändert hat, dann ist das in meiner Verfassung in den Morgenstunden. Bevor ich mit der Hormontherapie anfing, waren P. und ich ausdrückliche Frühaufsteher. Eine Tatsache, die wir regelmäßig nutzten, um vor anderen Menschen, häufig auch Menschenhorden Orte aufzusuchen, die ansonsten nicht so erfreulich gähnend (haha) leer gewesen wären. Auch, wenn ich im Winter gerne mal etwas länger an der Decke festhielt, war ich doch eigentlich immer beim ersten Mucken des Weckers wach, einsatzbereit und P. und ich unterhielten uns gerne an Ort und Stelle über das, was der Tag bringen würde oder über Entscheidungen, die getroffen werden mussten.

Zwei Jahre und einige Spritzen später ist das komplett anders. Den Wecker höre ich nicht einmal mehr, bevor er nicht sein nervigstes, lautestes Abschlusslied klimpert. Manchmal nehme ich ihn überhaupt gar nicht wahr und ich wache nur auf, weil Pesto mir nachdrücklich im Nacken kratzt (Frühstück!!!) oder P. mich an der Schulter rüttelt und zum Aufstehen auffordert, nicht unähnlich meiner Eltern in Zeiten meiner ersten Pubertät.

Aber damit ist das Trauerspiel noch nicht vorbei. Auch nach dem zugegeben zähen Start ist für die ersten zwei Stunden nicht viel von mir zu erwarten, als automatisierte Abläufe und ein gelegentliches „Ich bin sooooo fertig“, das das todtraurige „Ich habe keine Lust/Mein Leben ist scheiße“ vor Testosteron in Sachen Frequenz nachhaltig ersetzt hat, mich aber trotzdem erfreut, weil es so gar nichts mehr mit Lebensunlust zu tun hat, äh, naja, vielleicht mit Lebensunlust am Morgen.

P. wirft hier gerne mal ein, dass es inzwischen eigentlich unmöglich ist, morgens Organisatorisches mit mir zu besprechen, weil ich geistesabwesend sämtliche Entscheidungsfindung auf einen späteren Zeitpunkt verschiebe, an dem ich dann WIEDER müde sei. Nicht ganz falsch, aber später ist tatsächlich besser. Ich kann morgens nicht mehr denken (ok, naja, es ist jetzt 7.50 Uhr morgens und ich schreibe diese Zeilen, also geht da schon was, aber es ist jetzt auch schon zwei Stunden später!) und auf Entscheidungen oder Gespräche, die in dieser Zeitspanne geführt werden, können und müssen nicht als verlässlich betrachtet werden.

Ob diese Umstände sich noch einmal ändern, weiß ich nicht. Ich versuche, ihnen entgegenzuwirken, indem ich alle denkanspruchsvollen Tätigkeiten des Morgens in den späten Abendstunden davor erledige, sodass ich auch als Morgenzombie nichts durchdringend falsch machen kann.

Vielleicht sollte ich diese veränderten Umstände einfach als Ausgleich für PMS betrachten, das ich ja nun wirklich nicht mehr habe?

Viele Grüße aus der Morgenmuffelzone.

Nachtrag Captain’s Log: Heute Morgen hatte ich gleich sehr früh sehr viel zu erledigen. Und prompt habe ich den Wecker zumindest dumpf in meine Wahrnehmung einfließen lassen. Das verleitet zu der Annahme, dass Testosteron – meistens zumindest – meine Unruhe beseitigt hat, sodass mein Schlaf schlicht tiefer geworden ist.

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If T has really changed my everyday life in any way, apart from irregular visits of the Hulk, it is in my dealings with the wee hours of the morning. Before starting HRT, P. and I used to be such early birds. A fact that we regularly used to go places that would later be overrun by people but greeted us with yawning (chuckle) emptiness. Even though I had a slightly more intense attachment to my comforter in the winter months pre-T, I always was wide awake as soon as the alarm did as much as clear it’s throat. I was up, I was running and P. and I enjoyed talking about what the day would bring or about upcoming decisions.

Two years and about 8 injections later, this is a thing of the past. Now I don’t even flinch when the alarm goes off and if I am lucky I will wake up when it reaches its final, nerve-wreckingly cheerful finale and sometimes not even then. Some time later Pesto will come and scratch my neck (brekkie???) or P. will shake me awake, a scenario that brings up memories of my parents and me during my first puberty.

And the fun doesn’t end here, either. Even two hours after these first, rubbery attempts there isn’t much to expect from me except automated tasks and an occasional „I am soooooo tired“ which has taken the place of my depressed „I don’t want to go. My life sucks“ pre-T but that still makes me happy because there isn’t any aversion to life in that anymore. Um, correction. Maybe aversion to early morning life.

P. would like to add here that by now it is virtually impossible to talk about organisational stuff because I like to postpone any thought-requiring activities to a later time in a zombie-like manner. At which point, she mutters, I am tired AGAIN. That being true, later is definitely better for anything of importance. I am unable to think in the morning (well, yes, I am writing these lines at 7.50 AM, so there is some room for improvement, but then, 7.50 is two hours into the day) and if you force decisions on me at that time, they are better considered null and void.

Will this change again? Not sure. Not at all. But I try to counteract this trend by finishing all morning routines that require active thought the night before so that there isn’t much havoc to wreaked by zombie-me.

Huh. Maybe I should consider these circumstances a replacement for the PMS I was blessed with before?

Ciao belli from the twilight zone.

Last entry captain’s log: This morning I had to get a whole lot of stuff done extra early. And bam y voilà: Immediately I heard my alarm – albeit remotely. Which leads me to the idea that T might indeed wipe out my panic and restlessness so that my sleep has grown considerably deeper. Huh. How about that.

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