Nein. // No.

So ein einfaches Wort. So klar. Mit so vielen möglichen Folgen. Und doch eines der schwersten Worte in meinem Leben. Viele Jahre lang war es mir beinahe unmöglich, Menschen mit einem „Nein“ entgegenzutreten. Beendete manchmal sogar eine Beziehung nicht deswegen. Zu groß war mein Bedürfnis, es jedem Recht zu machen und gemocht oder geliebt zu werden.

Es wird leichter, dieses Nein. Schritt für Schritt. Keine Ahnung, ob das mit meiner Transition zu tun hat oder mit der Tatsache, dass ich älter, reifer und sicherer werde. Aber es fühlt sich trotz der Ablehnung, die ein Nein so im Allgemeinen nun einmal enthält, meist auch gut an. Es sei denn, es ist ein Nein, das man selbst nicht richtig findet (kommt auch mal vor, Erwachsenenleben sind halt kompliziert).

Am Wochenende habe ich mal wieder Nein gesagt. Es war ein Nein zu einem Amt, das ich in den letzten drei Jahren übernommen hatte in meinem Berufsverband für klassische Tierhomöopathie. Im vergangenen Jahr quasi dienstfrei gestellt wegen OP und Co. fiel mir immer mehr auf, dass ich Platz für mich schaffen muss, wenn ich meine zweite und erstmals rchtige Pubertät nicht verpassen will. Es war eine egozentrische Entscheidung, das ist mir klar. Aber ich glaube, ich habe in meinem Leben schon so oft meine eigenen Bedürfnisse zurückgestellt, dass es jetzt mal an der Zeit ist, das Gegenteil zu tun. Ich bin froh, dass sich andere und in meinen Augen kompetentere Menschen für diese Aufgabe bereitgestellt haben. Und ich werde die entstandene Zeit für Quatsch nutzen, den ich sonst nicht anstellen konnte. Ich freue mich darauf.

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Such a simple, yet powerful word. So clear, and with so many possible implications. And yet one of the hardest words for me to say (and I realize I am not alone with that). For many years I was virtually unable to confront fellow humans with a „no“. I sometimes even couldn’t end overdue relationships because of that. Too big was my need to please everyone, to be liked or loved.

It gets easier to say no. Bit by bit. I don’t know whether this is due to me transitioning or to the fact that I grow older relentlessly and more self-assured in the process. But despite the rejection that a  no inevitably entails, it also feels good (unless you are not convinced that the respective „no“ is a not so right choice – which happens as well, being a grown-up is, after all, complicated).

This past weekend I said no again. It was saying no to a post I had taken on as responsible for public relations for the past three years in my professional association for veterinary homeopaths. When the rest of the board let me take a sabbatical due to my top surgery and related stuff last year I started to realize that I needed time to not miss the first puberty that feels right. An egocentric decision, yes. But I realized that I had neglected myself freedoms for the sake of others so many times that I felt I had to say yes to myself for a change. And I am very happy with my successor which I think is far more competent in this field of work than I will ever be. I promise, I will use the time I made for incredibly silly things I otherwise wouldn’t have done. Golly, what a ride!!

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