And why can’t I look like that? // Und warum ist das bei mir nicht so?

Going into transition I learnt pretty quickly that comparing myself to others or their journeys would be a thorny road to take. So fast, that I stopped doing it almost immediately. Or so I thought.

Comparison seems to be one of the simplest and oldest ways of dealing with „the other“. We see, what they have – be it personal features or material possessions – and embark on a journey of values, envy, comparison, and ultimately, self. This process, though, is so much more about dealing with ourselves than with the other. In seeing and evaluating others, we tally our self-image, our qualities, and yes, our shortcomings, ultimately passing judgement on ourselves.

When I scroll through my blog, I often find sentences like: „I am my own role model“, or „I don’t want to fulfill a clichee“. As much as this is true, it is sometimes more of a mantra than actual fact. Yes, I am able to see myself for what I am. Having reached a certain age (some might actually call me old ;)), I also know what I can expect from myself and my body without creating immediate resentment. I know my pace, I know my reality. But I also see, hear and read the testimonies and results other people are able to produce in their transition in considerably shorter times than I ever will.

L., another transition blogger, for instance (find his very interesting blog here) got his top surgery one week later than I did. Yet, his scars are almost unnoticeable by now, especially when I compare them to my still pretty angry red ones. Comparison leads to expectation, and expectation, well, sometimes to resentment for my inability to also be where others already are. This happens on bad days and this feeling walks with me like a grouchy shadow, weighing me down while exercising, dragging my feet. Making me nag endlessly.

I am very, very happy and lucky to report that these days are happening so much less than they used to pre-T. Most of the time, I understand my limitations very well and dig through the endless muck of exercise, sweat, and throwbacks in a pretty relaxed state of mind, because I know that progress comes slowly in my case. Most of the time I can appreciate that even though I have „lost“ so many years to not being on T, these years made me who I am today. I needed that time to work up the courage. Yes, my weight loss is slow. Yes, others look so much more handsome. But when I look at my chest and my pot belly, I am still overcome with joy and can’t wait to get myself a decent pair of swimming trunks and feel the water on my bare chest.

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Ziemlich bald nach Beginn meiner körperlichen Transition wurde mir klar, dass ich vermutlich nicht glücklich würde, wenn ich mich mit anderen Menschen vergleiche, die denselben Weg gehen. Diese Einsicht kam recht fix und man könnte meinen, dass ich schlau genug wäre, es auch weiter so zu halten. Klappt aber manchmal nicht so ganz.

Vergleichen ist einer der einfachsten und ältesten Wege, sich mit „den anderen“ auseinanderzusetzen. Wir sehen, was andere haben – seien das nun persönliche Eigenschaften oder materieller Besitz – und begeben uns quasi sofort auf eine Reise voller Werte, Neid, Vergleiche und schließlich zu uns. Im Endeffekt hat dieser Vorgang nämlich eigentlich viel mehr mit uns selbst zu tun, als wir uns eingestehen. Indem wir andere wahrnehmen und im Vergleich zu uns einordnen, stellen wir eine Rechnung unser selbst auf, indem wir unser Selbstbild, unsere Qualitäten und unsere Schwächen addieren. Heraus kommt meist ein ziemlich erbarmungsloses Urteil über uns selbst.

Wenn ich durch meinen Blog scrolle, gibt es ein paar Sätze, die sich immer mal wiederholen. „Ich bin mein eigenes Rollenbild“ oder „Ich habe nicht vor, ein Klischee zu erfüllen“. So sehr das auch stimmt, ist es doch hin und wieder mal eher ein Mantra als eine Tatsache. Ja, ich kann mich selbst realistisch einschätzen. Mit einem gewissen Alter gesegnet (manche mögen es sogar alt nennen und tun es auch ;)), weiß ich inzwischen recht gut, was ich von mir und meinem Körper erwarten kann, ohne unmittelbar in Selbstablehnung zu verfallen. Ich kenne mein Tempo, ich kenne meine Realität. Und doch lese, sehe und verfolge ich die Wege anderer Menschen, die in deutlich kürzerer Zeit sehr viel mehr erreicht haben, als ich es je werde.

L. zum Beispiel, ein anderer Transitionblogger (seinen sehr lesenswerten Blog findet ihr übrigens hier), hatte seine Mastektomie eine Woche nach mir. Wir lernten uns im Krankenhaus kurz auf dem Gang kennen und blieben zu meiner Freude in Kontakt. Unter anderem vergleichen wir ab und zu unsere Narben und tauschen unsere Nachsorgemethoden aus. Und seine Narben sind im Vergleich (da ist es wieder, das Wort) zu meinen wütend roten kaum noch wahrnehmbar. Abgesehen davon, dass das wunderbar ist und mich das total für ihn freut, kann so etwas natürlich die Kette Vergleich-Erwartung-Selbstkritik auslösen. An doofen Tagen passiert auch genau das und der resultierende Groll begleitet mich, lässt mich knatschig mit mir und der Welt sein.

Glücklicherweise sind diese Tage inzwischen im Vergleich zu der Zeit vor Testosteron sehr, sehr selten geworden. Meist verstehe und akzeptiere ich meine ganz persönlichen Beschränkungen entspannt und wühle mich gleichmütig weiter durch den Morast von täglichen Trainingsprogrammen, Schweiß und manchmal auch Stagnation. Denn ich weiß, wohin diese Arbeit mich schlussendlich doch führen wird. Meist kann ich sehen, dass es trotz all der „verlorenen“ Jahre ohne Testosteron eben genau diese Jahre waren, die mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin. Ich habe die Zeit gebraucht, um den Mut aufzubringen.

Ja, ich nehme ziemlich langsam ab. Ja, meine Narben sind zum Teil richtig dick. Ja, andere sehen so viel besser aus, als ich. Aber wenn ich an mir herunterschaue und meine Brust und meinen Kugelbauch betrachte, freue ich mich unbändig über das, was ich jetzt schon habe und kann es kaum erwarten, mich in eine geeignete Badehose zu quetschen und das Wasser gegen meine spärlich behaarte Brust klatschen zu lassen.

 

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2 Gedanken zu “And why can’t I look like that? // Und warum ist das bei mir nicht so?

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