Narbenpflege // Scar treatment

Meine Masteknarben und ich haben ein sehr inniges Verhältnis. Sie begleiten mich seit der OP wie eine Art unsichtbarer Metallring um die Brust überall hin. Bewege ich mich zu viel oder falsch, merke ich das sofort an einem Ziehschmerz und im ungünstigsten Fall an den darauf folgenden Tagen an einer leichten Verbreiterung der Narben, denn ausgeheilt sind sie erst nach etwa einem Jahr. Und so sehen wir uns mindestens 2x am Tag für 10 Minuten zu einem festen Date, denn sie wollen Aufmerksamkeit, damit sie gut weiterheilen und nicht verkleben. Zur Verhinderung von Verhärtungen und Narbenwulsten (sogenannten Keloiden) z. B. müssen sie nämlich massiert, gelockert und verwöhnt werden. Und das geht bei mir so:

Ich greife mir mein Handy, stelle den Timer auf 10 Minuten und 30 Sekunden, starte den Countdown, schalte WLAN ein, suche mir aus meinem YouTube-Feed ein Video ungefähr geeigneter Länge und wärme das Öl in den Handflächen an. Und schon sind die 30 Sekunden vorbei und es muss geht los. Streichen, gegenläufig zusammenschieben und wieder lockern, wieder streichen, kneten. Dafür benutze ich nach einigen Irrläufen mit Contractubex (einer Narbensalbe, die ich überhaupt nicht vertrage und bei der ich mich ca. 30 Minuten nach der Massage für die darauf folgenden 4 Stunden wundkratze) eine alternierende Reihenfolge von Johanniskrautöl (Achtung: bei Verwendung von Johanniskrautöl direkten Sonnenkontakt des behandelten Areals unbedingt vermeiden, weil es sonst zu deutlichen Hautverfärbungen kommen kann – also eher nix für Nacktbader und Sommeranwendung), Kokosöl und Bi-Oil aus der Drogerie. Alle drei vertrage ich prächtig, auch wenn die Haut um die Narben herum durch das Ölbad ab und an mit Pickeln reagiert. Das Ergebnis: Nach etwa zwei Monaten täglicher Massagen gibt es Stellen an der Narbe links, die schon richtig schön blass sind. Auf der rechten Seite, wo unter der Brustwarze nach der OP eine Infektion ihr Unwesen getrieben hatte, ist die Narbe relativ breit und immer noch ziemlich wütend rot.

Was anfangs für mich ein nerviger Zeitraub morgens und abends war, ist inzwischen ein angenehmer Boxenstopp auf dem Weg in den Tag oder eben ins Bett. Und die Zeit im Bad bietet mir obendrein die Möglichkeit, mich im Spiegel zu betrachten, was ich vor der Transition großflächig vermied, mir jetzt aber trotz wütend roter Narben großes Vergnügen bereitet. Ganz zu schweigen davon, dass dieser feste Punkt im Tageskalender mich anhält, frühzeitig Vorbereitungen für den Frühstückstisch und die Garderobe des kommenden Tages zu treffen, damit ich mich mit solchen Sachen nicht auch noch aufhalten muss und alles schwupps erledigt ist.

Ich bin gespannt, was sich in den kommenden Monaten noch mit den Narben tut und wann das Gefühl des „Ringes“ um die Brust weniger wird.

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My scars and me, we are like this (imagine fingers pressed parallel to each other here)!
They have obviously been with me since my top surgery, hugging my chest like an invisible metal ring. If I move too much or just the wrong way, I will instantly be reprimanded by a tugging pain or I will see what I have done a couple of days later, when I notice a slight broadening of the respective area of the scar. Because the scars will only be „done“ after a minimum of one year, before that, they are a work in progress. Which is why we see each other twice a day for 10 minutes. They need attention, these scars. Otherwise they won’t heal properly or maybe stick together incorrectly. So in order to prevent this and a hardening of the scar tissue (so-called keloids) they need to be massaged, loosened, and basically pampered. And I do it like that:

I get my cell, set the timer for 10 minutes and thirty seconds, start the countdown, start WiFi, find something on my YouTube feed of appropriate length, and start warming the oil in the palm of my hand. Now the +30 seconds are up and I need to start. Sliding, pinching the tissue in opposing directions, sliding, kneading, whatever feels good and doesn’t hurt. After some not so nice moments with an ointment called „Contractubex“ (an ointment specifically designed for reducing and pulling together scar tissue, which I really can’t tolerate as I will start scratching my skin off thirty minutes post-massage for the next 4 hours) I have started using an alternating sequence of hypericum oil (attention shoppers: do avoid sunlight for the areas you apply that to, hypericum oil tends to produce slight to heavy skin discolorations in combination with direct sunlight), coconut oil and bi-oil from the drugstore, all three of which I tolerate well, even though my skin tends to react to the excess fat and friction by producing pimples. This kind of treatment has already resulted in some parts of the scar tissue turning considerably paler. The part below my right nipple where I had the infection post-op, though, has become relatively broad and still sports a pretty angry red.

What initially felt like an irritating loss of time in my morning and evening routines has now become a nice kind of breather before I start or end my day. It is a time when I can look at myself in the mirror for longer stretches of time – something I used to avoid at all costs but now gives me a lot of pleasure even though there is a lot of angry red to be seen. Apart from that, having to wedge these 20 minutes into my day has forced me to organise my routines a lot better so that I easily have the time to do the massaging, even if I oversleep a bit.

I am really looking forward to finding out how the scars will change over the coming months and when the feeling of having a ring around my chest will decrease.

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