Klogespräche // Restroom talk

Ich gebe es zu. Ich habe mich immer gern in der Toilette unterhalten.

Ich war jemand, der leidenschaftlich zwischen zwei Toilettenwänden Gespräche mit Freunden/Bekannten/Kollegen (weiter)führen konnte. Und das ging meist so: Ich würde gemeinsam mit einer Person in ein Gespräch vertieft in Richtung Toilette aufbrechen und es dort einfach weiterführen, manchmal danach sogar noch am Waschbecken stehenbleiben und wild gestikulierend verweilen. Egal, ob dort jemand anderes war. Ich liebte dieses vom Klischee eher weiblich behaftete Ritual sehr. Auf Partys. Bei der Arbeit. Wo auch immer. Ein Schnack auf dem Klo war immer drin.

Seit meiner körperlichen Transition ist diese liebe Gewohnheit nun Geschichte. Die Wege von Freundinnen und Kolleginnen und mir trennen sich nun an der Eingangstür. Und ich gehe meinen Weg weiter in die sanitäre Einsamkeit. Denn die Herrentoilette ist ein eher ungeselliger, meist unappetitlich riechender Ort, der sich primär durch Herren auszeichnet, die ihre scheinbar fieberheiße Stirn am Porzellan der Kacheln über dem Pissoir zu kühlen versuchen. Es wird nicht geredet. Geschweige denn diskutiert. Nee, zum Verweilen ist das kein bisschen geeignet.

Jetzt muss ich gestehen, dass eine Vielzahl meiner sozialen Kontakte nach wie vor weiblich sind und ich einfach nicht so viele Männer kenne, mit denen ich versuchen könnte, meinem Bedürfnis nach Kommunikation auf dem Locus neues Leben einzuhauchen. Und ich vermute sehr stark, dass die Männer, die ich kenne, mein Ansinnen beim gemeinsamen Toilettenbesuch vielleicht eher befremdlich finden könnten.

Daran muss ich mich erst gewöhnen. Wie an so vieles. Und wie bei so vielem, wird auch dies irgendwann normal werden. Neue Verhaltensweisen werden sich einspielen. Und die Aussicht auf die Fortsetzung von Diskussionen mit Menschen könnten ja vielleicht auch ein Grund sein, das Verweilen aller Beteiligten auf dem Örtchen auf ein Minimum zu reduzieren, damit wir uns zeitig wieder vor der Tür zusammenfinden können.

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I have always loved to chat in the restroom. There. I said it.

I used to be that someone carrying on heated discussions between stalls, be it with friends, colleagues, what have you. And that usually came about comme ça: I would head for a tinkle with someone, talking, discussing or just chatting, keeping it up while we did our thing and then maybe even spending more time than neccessary at the sink, broadening our talk, ignoring every other person present. I loved this ritual that is traditionally associated with being female. And I did that wherever the mood hit me. At parties. At work. Wherever. There was always time for a chat between stalls.

Since the beginning of my physical transition this loved pasttime of mine is his-tory, so to speak. The way that used to lead us op to the stall now usually stops at the bifurcation of the restroom door, sending me off to sanitary solitude. Because the men’s room is an inhospitable, often olfactorily unpleasant place mainly characterized by men who seem to cool their feverishly hot foreheads on the cool porcellain of the restroom tiles above the urinal. There is no talking. Let alone discussion in the air. No, this is no place to linger. Not in the least of bits.

I have to admit, though, that my social interactions are still largely taking place in a female realm. I just don’t know many men that I could try to fulfill my need for loo communication with. And I suppose that the men I do know will most probably frown upon my need to go to the bathroom together, let alone carrying on a discussion, while doing so.

I will get used to that. Like I have started to get used to so many other things. And as with those, this will all become normal to me in time and simply turn into a new way of doing things. And maybe, just maybe, the prospect of carrying on an interesting discussion will prove to be reason enough for people to cut their loo time short in order to meet me outside and pick up where we left off.

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