Große Schnitte // Double incision

Eigentlich sollte dieser Post schon im letzten Jahr fertig werden. Ist er aber nicht geworden. Weil Menschen wichtiger sind, als Blogposts. Und das ist auch schon mein einziger Vorsatz für 2017. Frohes Neues Jahr, ihr Menschen.

Warnung: tl;dr Gefahr. Das ist eine verflixt lange Geschichte.

Ich kann nicht schlafen. Mal wieder. Die Narben über meinen Oberkörper spannen und Pesto, diese Donnerkugel von einem Kater, maunzt mich alle paar Minuten aus dem Bett, weil das Futter nicht recht ist. Also habe ich mich noch einmal an den Computer gesetzt.

Bevor dieses Jahr zuende geht, wollte ich von der Mastektomie erzählen. Das größte Ereignis meines erwachsenen Lebens kam und ging und wurde dann direkt erst mal wieder verdrängt von Wundpflege und schwieriger Heilung. Stunden um Stunden vor dem Spiegel mit Cremes, Sprays, Klebeverband, steriler Gaze, Desinfektionsmitteln, Handschuhen und einer (zumindest im überwiegenden Fall) unglaublich geduldigen Partnerin.

Aber von vorne. Am 2. November klingelte der Wecker sehr früh. P. und ich hatten uns auf fünf Uhr morgens als Abfahrzeit geeinigt. Brote und restlichen Proviant hatten wir am Abend zuvor bereits geschmiert und vorbereitet, weil wir wussten, dass wir die kurze Zeit, die wir vor der Abfahrt wach verbringen würden, mit den Katzen beschäftigt sein würden.

Mir war mulmig, die Mäuse mit großen Kulleraugen wie Porzellanfiguren im Flur sitzen zu sehen, weil sie nicht verstanden, was da gerade passierte. Seit sie da sind, waren wir nie länger als zwei Nächte weg von zu Hause und jetzt trugen wir bergeweise Taschen vor die Tür, als wollten wir ausziehen. Dass irgendetwas im Busch war, rochen sie also 10 Meilen gegen den Wind. Mir war schlecht, als ich die Tür ins Schloss fallen ließ und abschloss. Aufgeregt bis zum Anschlag. Die Fahrt in den Norden änderte das, ich war abgelenkt. Machte Fotos, redete mit P., die bravourös die Strecke allein fuhr. Und ab und zu, ja, ich muss es zu meiner Beifahrerschande gestehen, nickte ich auch noch mal ein.

Gegen 10 Uhr kamen wir in Hamburg an. Genug Zeit, Ps Gepäck in ihr Hotel zu bringen und noch etwas essen zu gehen. Unsere Wahl fiel auf eine Pizzakette um die Ecke von ihrem Hotel. Nicht rasant lecker, aber sie war frisch und der verbrannte Gaumen lenkte zumindest etwas von der Aufregung in meinem Bauch ab.

Danach fuhren wir zum Klinikum in Reinbek weiter. Das Krankenhaus ist sehr katholisch, überall stehen und hängen Heilige herum. Aber das Klima, die Menschen dort, waren auf Anhieb sympathisch, freundlich, offen. Wir schlitterten mit meinem Gepäck zur Anmeldung, wo wir erst einmal warteten. Die erste Warterunde von vielen an diesem ersten Tag. Papiere wanderten über den Tisch. Zusage der Kostenübernahme. Versicherungsbestätigung. Einweisung vom Arzt. Versichertenkärtchen. Klinikvertrag unterschreiben. Und weiter gings. Oder auch nicht. Auf der Station nahm mich Schwester Jasmin in Empfang, als ich sagte: „Guten Tag, mein Name ist Max und ich werde erwartet.“ Spontanes Wohlbefinden stellte sich ein. Schneller, als wir Papp sagen konnten, landeten wir in einem Zweierzimmer mit der Zusage, dass gleich jemand zu uns kommt. Was nicht der Fall war. Nach einiger Zeit beschlossen wir deshalb, einfach schon mal meine Sachen in den Schrank zu räumen und mich häuslich einzurichten. Was sich etwas später als Fehler herausstellen sollte. Unwiderstehlich charmant kam nämlich die nächste Schwester zu uns und teilte uns mit, dass ich leider in ein Dreibettzimmer umziehen müsse (Was mir nix ausmachte. Ich war aber froh, meine Sachen auf mein Bett legen und so alles ins nächste Zimmer transportieren zu dürfen.). Also alles rüber nach Zimmer 14. Dort kam dann bald eine Dame vom Küchenservice vorbei (So, vegan, das habe ich hier nicht, laktoseintolerant und vegetarisch dann vielleicht? Mein Nicken sollte sich als folgenschwer erweisen.)

So freundlich, so cool war dort jeder einzelne Kontakt, dass P. und ich über die gesamte Woche hinweg einfach immer wieder staunten und sehr froh waren, den Weg nach Hamburg gemacht zu haben. Nachmittags stieß mein Zimmernachbar J. zu mir. Gemeinsam erhielten wir von der Gynäkologin unsere Aufklärung über Mastek und Hysterektomie, gegen die ich mich auf den letzten Metern doch noch entschieden hatte. Es wurde langsam dunkel. Ich bekam Essen. P. saß immer noch tapfer bei mir. Irgendwann ging die Tür auf und uns wurde mitgeteilt, dass ich ja noch gar nicht den Narkosearzt gesehen hatte. Das sah ich genauso und freute mich, dass mir das jemand sagte. Wir machten uns also direkt wieder auf ins Erdgeschoss, wo wir, richtig, noch ein bisschen warten mussten. Nach der Aufklärung über die OP, die Risiken einer Narkose und „in welchem Bein ist der Zugang am Fuß denn lieber?“ (merke: bei einer Brust-OP lässt sich der Zugang in der Hand nicht nutzen, da die Arme steril sein müssen. Also wird während der Narkose mit dem Fuß gearbeitet. Sachen gibts …) ging es zurück ins Zimmer, auch weil während des hinreißenden Gesprächs mit der Anästhesistin (die meine Narkose nicht machen würde aber versprach, kurz noch im OP vorbeizuschauen, bevor ich einschlief … was sie auch wirklich getan hat, das Herzchen!) das Telefon geklingelt und man ausgerichtet hatte, ich möge meinen Hintern schnell auf Station schwingen, weil der Chirurg noch mit mir reden wolle. Dort angekommen saß Prof. Schwarz auch schon im Schwesternzimmer und kam dann rüber, um mit uns den Ablauf zu klären. Meine mitgebrachten Bilder von den Mikroverkalkungen in Brust und Lymphknoten sah er sich an und veranlasste schnell noch einen weiteren Ultraschall. Beide anwesenden Ärzte beschlossen, dass die vorliegenden Fälle unbedenklich seien und keine Entfernung von Lymphknotengewebe rechtfertige. Ich war erleichtert, hatte ich doch so viele unterschiedliche Stimmen dazu gehört im Vorfeld. Nach dem Ultraschall und ein paar weiteren Worten wurde klar, dass ich mitnichten als erster am nächsten Morgen dransein würde (wie mir von der Narkoseärztin mitgeteilt worden war), sondern als zweiter, weil mein Bettnachbar auch die Hysto bekam und noch eine dritte OP für den Tag geplant war, die sozusagen als Anker zwischen unseren beiden dienen würde. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich sollte zwischen 11 und 12 abgeholt werden. Da das Abendessen schon längst vorbei war, ich aber bis 12 Uhr etwas essen durfte, die Aussicht auf einen gesamten Morgen ohne Futter aber wenig verlockend war, aß ich, nachdem Petra sich auf den Weg in ihr Hotel gemacht hatte, noch Einzelportionen Erdnussbutter und Mandel-Kokos-Creme. Verständlich im Ansatz kann ich vom Purverzehr von Mandel-Kokos-Creme nur abraten. Sie ist unverschämt lecker auf Brot, pur allerdings nur extrem Zuckervernarrten zuzumuten.

Der nächste Morgen kam. J. und ich hatten beide kaum geschlafen und tummelten uns ums Bad, weil um halb 8 die Linien für die OP eingezeichnet werden würden. Das passierte auch ziemlich genau um diese Uhrzeit, quasi zeitgleich mit Petras Ankunft. Danach wurde direkt J. zum OP gebracht und P. und ich blieben allein im Zimmer, einen angespannten Vormittag vor uns. „Warten“ wurde unser zweiter Vorname. Und das Seltsame war: Statt aufgeregter, wurde ich mit jeder Stunde ruhiger.

Natürlich wurde ich nicht zwischen 11 und 12 Uhr abgeholt. Es war viertel nach 1, als eine Schwester die Tür öffnete und sagte: „Du wirst gleich geholt. Willst du jetzt noch eine Tablette?“ Ich nickte, obwohl ich nicht sicher war, ob das jetzt noch helfen würde, aber P. sagte vehement: „Ja, du willst noch eine“. Ich war immer noch ziemlich gechillt für meine Verhältnisse, aber sicher ist sicher und die Aussicht darauf, den Weg im Bett zum OP ohne meine Brille bewältigen zu müssen, war Verunsicherung genug. Ein paar Minuten später ging es durch die Tür im Bett, P. tapfer neben mir plaudernd. Am Aufzug trennten sich unsere Wege. Später erzählte sie mir, dass sie krampfhaft versucht hatte, auf dem Weg nicht in Tränen auszubrechen, weil die Anspannung und Sorge sie dann doch überkamen. Ich finde es schade, dass sie das alleine schluckte und ihre Tränen erst zerdrückte, als die Aufzugtüren sich geschlossen hatten. Ich wäre trotz meiner Aufregung gerne für sie dagewesen.

Der Weg nach unten ging schnell und wir erreichten bald eine Tür, die sich nur durch Anruf auf der anderen Seite via Flurtelefon öffnete. Der OP-Bereich. Im ersten Raum wurde mir von einem freundlichen Herrn ein OP-Häubchen aufgesetzt, während rechts von mir die OP-Liege vorbereitet wurde, ausgekleidet mit einem grünen Tuch, dessen kräftiger Farbton bis heute ein großes „O“ auf mein Gesicht zaubert. Ich hätte gern einmal irgendetwas in dieser Farbe. Es kann aber auch sein, dass an dieser Stelle die Pille ihre Wirkung dann doch aufnahm, weil ich merkte, dass Worte mir etwas schwerer über die Lippen gingen, als noch auf dem Weg. Und dass das Grün vielleicht gar nicht sooo cool war, wie ich es in diesem Moment fand.

Bizarr wurde das Ganze erst, als ich in den Raum geschoben wurde, in dem die Narkose eingeleitet werden sollte und mich ein französischer Narkosepfleger mit albanischen Wurzeln unter seine Fittiche nahm. Er warf einen Blick auf meine Tätowierungen und begann mir zu erzählen, dass sein Vater ihm mit 13 den albanischen Adler auf die Wade tätowiert habe, weil er nicht wollte, dass er seine Wurzeln vergisst. Die Körperverletzung an Schutzbefohlenen mal beiseite landeten wir im Handumdrehen bei Deutschkursen (über die Nationalität) und ich erfuhr, während er mir die Braunüle in die Hand schob, dass er gerade seinen C1 Kurs bestanden habe, den er für den Einsatz im OP brauche. Ich gratulierte. Und das ist neben dem Puls der anderen Person in diesem Raum, die auch für eine OP vorbereitet wurde und hinter einem Raumteiler verborgen lag, noch das Einzige, woran ich mich erinnere.

Eine Facebook-Freundin, die ebenfalls Narkosepflegerin ist, hatte mir vorher geraten, mir einen Traumort auszusuchen und beim Einschlafen daran zu denken. Ich dachte an den ultrablauen Swimmingpool in unserem Hotel auf Teneriffa, in dem P. und ich mal eine Woche verbracht haben. Dort wollte ich liegen. Als ich die Augen wieder öffnete, blickte ich in eine Strandlandschaft mit Palmen. Ein bisschen seltsam angemutet blickte ich mich um und nahm den nächsten Pfleger wahr, Sven. Und im Handumdrehen unterhielten wir uns über Anästhesien bei Tieren. (Meine Zimmernachbarn hielten mich übrigens für völlig meschugge, als ich von dem Strand mit Palmen erzählte. Sie hatten den nicht gesehen. Glücklicherweise bestätigte später die Schwester, die mich geholt hatte, dass es in einem der zwei Aufwachräume tatsächlich ein beleuchtetes Deckenbild gibt. Ich war nicht unerheblich erleichtert).

An dieser Stelle hören zusammenhängende Erinnerungen dieses Tages auf. Schon seltsam. P. erzählte mir später, dass ich „Lalala“ sagte, als sie mich aus dem Aufzug auf sie zuschoben  und wie erleichtert sie da war (weil das Max-sprech für „Alles ist ok“ ist). Da hatte ich wohl schon wieder eine Brille auf, die sie mir schnell hatte schicken lassen. Ich erinnere mich an Brothäppchen später, die sie mir reichte, weil ich fürchterlich Hunger hatte. Und dass ich irgendwann über den Zugang noch etwas gegen die Übelkeit bekam, die nachts dann doch noch kam. An das Foto, dass P. machte und dann verschickte, bzw. das ich später postete, habe ich keine Erinnerung. Aber daran, dass ich an meinem bloßen Oberkörper runtersah und so bei mir dachte: So isses richtig. Wie war das eigentlich vorher? Ich muss bis heute Fotos angucken, um mich zu erinnern.

Am Folgetag stellte ich fest, dass wir inzwischen in unserem Zimmer zu dritt waren. Ein weiterer Transmann hatte unser Trio vervollständigt und er erhielt an diesem Tag seine Hysterektomie, während wir von den herzhaften Schwestern unter die Dusche gescheucht wurden. Und erstaunlicherweise klappte das auch! Langsam, sehr langsam und vorsichtig wegen der Drainageschläuche mit den sogenannten Redon-Flaschen duschte ich mich ab. Mein erster Kontakt mit dem Gestank unter meinen Armen, der mir für Wochen erhalten bleiben sollte, weil ich vorsichtshalber kein Deo benutzen wollte. Seife kann diesem Geruch nur minutenweise etwas anhaben.

Nachdem ich mich umgekehrt in eins meiner Hemden gequält hatte, gab es Frühstück. Die Anmeldung für ein veganes Essen klappte morgens und abends ganz gut, mittags versagte sie meist. Und so kam es, dass ich drei Tage lang Kartoffeln mit Erbsen und Möhren mit püriertem Kohlrabi (so schien es) als Mittagessen bekam. Erfreulicherweise teilten uns die Schwestern irgendwann mit, dass Bestellungen auf die Station so überhaupt kein Problem waren. Und so ließen P. und ich uns abends häufiger etwas zu Essen kommen.

Am zweiten Tag nach der OP gaben J., K. und ich uns die Klinke in die Hand und liefen die Stationen entlang. Die Schmerztabletten konnte ich ab hier endgültig weglassen. Was ich hatte, waren nicht wirklich Schmerzen. Mein Versuch, im Überschwang meine Postkartenschreiberei direkt wieder aufzunehmen, hatte einen Krampf unter dem rechten Arm zur Folge und bestialische Schmerzen in der Schulter. Ich ließ nach einem ersten Versuch mit 10 Karten bis zum Ende meines Aufenthalts in Reinbek davon ab. Überhaupt habe ich in der Zeit nur sehr wenig getan außer Schundheftchen lesen, Gänge auf- und ablaufen und mich zum Lasern meiner Brustwarzen hinlegen. Die Zeit verging, obwohl sie primär mit Warten gefüllt war, ziemlich schnell.

Tag 3: Drei Nächte hatte ich nun im Dreierzimmer verbracht. Ich hatte kaum geschlafen und mein Blutdruck war durch die Decke. Ich bekam Rückenschmerzen und konnte trotzdem kein Auge zutun. Nächtlich begegnete ich der Schwester auf dem Weg zum Teeregal auf dem Flur. Am dritten Abend ihres Dienstes fragte Schwester M. mich dann, ob ich immer noch nicht geschlafen habe. Sie versprach mir Baldriantabletten und wollte ein paar Minuten später wiederkommen. Was sie auch prompt tat, und zwar mit den Worten: „Du kommst jetzt mit, nebenan ist ein Zimmer frei bis morgen früh. Du schläfst jetzt mal ne Nacht alleine.“ Was ich dann selig auch tat. Ich hätte nie gedacht, dass allein die Tatsache, nur meinen eigenen Atem zu hören, etwas an meiner Schlafqualität ändern würde. Wahnsinn. Danke, Schwester! 🙂

An Tag vier nach der OP ging es mir morgens trotzdem immer noch nicht wirklich gut. Ich fühlte mich verstopft. Interessant, denn war das der Tag, an dem meine Zimmergenossen morgens früh begannen, zur Toilette zu rennen. Bei J. verwandelte dieser Zustand sich im Laufe des Tages sogar in Brechdurchfall mit Verdacht auf einen Virus, sodass ich mich nur in die äußerste Ecke unseres Zimmers gequetscht und dreifach desinfizierten Händen halbwegs sicher fühlte. Bei mir kamen, sobald die Jungs das erste Mal gemeinsam den Raum verlassen hatten, sofort die Tränen. Vor mich hinschluchzend fanden die beiden mich bei ihrer Rückkehr vor. Auf ihre Frage, was denn los sei, konnte ich nur antworten: „34 Jahre. 34 Jahre mit diesen Dingern.“ Ein enormer Stress schien in diesem Moment abzufallen und die Tränen halfen total. Danach ging es stetig bergauf, auch wenn die Testospritze vom Vortag nicht wirklich was getan hatte. Am selben Tag wurde K. entlassen, er hatte ja „nur noch“ die Hysterektomie machen lassen. J. und mir wurde gesagt, dass wir noch zwei Tage bleiben würden, weil die Schnitte doch sehr groß und die entfernte Gewebemenge substanziell gewesen war. Bei mir etwa 2,4 kg insgesamt. So unfroh ich war, noch länger in einem unbekannten Bett schlafen zu müssen, so froh war ich angesichts der Tränen und einer beginnenden Venenentzündung im linken Bein, weiter unter Beobachtung zu sein. Und natürlich konnte ich so noch ein paar Tage auf das Entfernen der Redonflaschen hinfiebern, die alle als so unangenehm beschrieben hatten.

Am Morgen meiner Entlassung gab es nur ein Thema auf Station und in der Welt. Donald Trump hatte es tatsächlich geschafft, zum Präsidenten gewählt zu werden. So löste meine stressinduzierte Laune ein düsterer Schleier ob der Zukunft ab. Im Laufe des Vormittags kam durch diesen Dunst eine Schwester, um unsere Steristrips zu erneuern und die Drainagen zu ziehen. Wovor ich die ganze Zeit höllisch Muffe geschoben hatte, war nun im Handumdrehen und mit lediglich einem Zwickgefühl vorbei. Lasst euch nix anderes erzählen! Belüftet ist das ein Klacks!

Der Trump-Kater folgte mir, als P. mir meine Tasche ins Auto trug und wir nach einigem Hin und Her in Richtung Autobahn gurkten. Die Rückfahrt war anstrengend. Lang (16 km Stau bei Hannover) und unglaublich deprimierend ob der Nachrichten. Aber irgendwie kamen wir dann doch irgendwann hier an. Völlig überfordert begrüßten wir unsere heldenhafte Katzenvertretung M. und nachdem ich endlich einen Schlafplatz gefunden hatte (was P. übrigens noch einmal sehr viele Nerven kostete), verbrachte ich die erste Nacht daheim. Die Mastek war vorbei.

Zwei Monate sind seitdem ins Land gegangen. Die Mastek, das war für mich: bangen, freuen, Blutdruck, schlaflos, Redon, Klo, Verstopfung, Toilettensuche, Pizza, Allerlei mit Kohlrabisoße, P., Fernsehen, Kokosaufstrich, weinen, die richtige Brust, Ende und Anfang, Schließfach, müde, froh. Ich bin unsagbar dankbar für das wunderbare Ergebnis, mit dem ich jeden Morgen aufwachen darf.

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Originally I had planned to finish this post in the old year. But I didn’t, because people are more important than posts. Which is basically my one resolution for 2017. Happy New Year, everyone.
So here we go:

Warning: tl;dr – This text is way out of proportion.

I can’t sleep. Again. The scars are constricting my chest, my back is hurting and Pesto, this cannonball of a cat, keeps meeeeeowing me out of bed every couple of minutes because the food I offered is just not right. So here I am again, starting my computer.

I wanted to write down the story of my mastectomy, before this year goes out. The biggest whoop of my grown-up life came and went by in a breeze, being replaced by wound dressings and complications in healing. Hours and hours spent in front of a mirror accompanied by cremes, potions, sprays, leukopor, sterile gauze, disinfectant, gloves and (at least mostly) a very, very patient partner.

But back to the beginning. On November 2, our alarm went off very, very early. After having discussed this topic, P. and I had decided upon leaving for Hamburg at five A.M. Sandwiches and the rest of our travel provisions had been prepared on the evening before because we knew that the wanted to spend the little awake time we had before leaving with the cats.

It was an uneasy feeling, watching the furry ones look at us with dollar-sized eyes, sitting in the hallway like china figurines, because they didn’t understand what the hell was going on. Since they have been with us we have never spent more than two nights away from them and now we were hauling heaps of bags out of the apartment like we were about to move. Something was off and they knew it. My stomach churned when I let the door close by itself. Nervous like hell I closed up the door with my spare key. Driving north that changed pretty quickly because I was distracted. I took pictures, talked to P. who drove the whole mama by herself. And every now and then, I was a lousy co-driver and fell asleep.

Around 10 we arrived in Hamburg with lots of time left. We used it by taking P’s luggage to the hotel she would be staying at, filling up on gas and getting a last bite to eat. We chose a pizza chain around the corner from her hotel. The wheel was not reinvented there tastewise, but it was fresh and the burnt roof of my mouth distracted me from the fact that soon I would be in a hospital for the first time in 22 years.

On we went to the hospital in Reinbek. St. Adolph is a very catholic hospital, decked with figurines of saints everywhere. A very unlikely place for a surgery like mine, come to think of it. But the atmosphere and the people there were open, friendly, likeable on every level and at first sight. Upon inquiring at the information desk what to do, we were sent to patient registration, the first time filled with waiting that day. Papers were handed from one end of the desk to the other. Confirmation of cost coverage. Confirmation of insurance. Admission by the treating physician. Insurance card (why I needed an additional confirmation of insurance still beats me). Signing of the treatment contract. And then, on we went. Full of ideas of what would happen now, we checked into ward 8a, where nurse J. took us in after I came up to her and said: „Hello there. My name is Max. I guess you are expecting me.“ Faster than you could say „Hochgeschwindigkeitsbreitbandkabelnetz“ (the German word for DSL – I do not kid you) we were taken to a double bedroom and left there with the affirmation that someone would attend to us stat. Which wasn’t the case. After waiting for about an hour we therefore decided to start putting my stuff in my locker and settling in. Which turned out to be a mistake, because about yet another hour later a very charming but different nurse came in, apologizing profusely and ushering us into a triple bedroom (which I wasn’t sad about at this point, because, the more, the merrier). I was happy, though, that I was allowed to take my bed with me as a transport vehicle because I had already been in it. On we went to room 14, my home for the next days. There a lady from the dining services joined us asking me about my diet (Well, vegan, I don’t have that on my list. Could I substitute that for lactose-intolerant and vegetarian? I nodded, which turned out to be a mistake.)

The staff there were so friendly, so uplifting that every single contact P. and I made over the coming week made us sit with our mouths open, glad that we had taken the trip to Hamburg for that important part of my journey. In the afternoon I met my roommate J. Together we received information about the upcoming events, for me minus the hysterectomy that I had chosen to drop for the time being in the last weeks before coming here. It grew dark outside when my dinner came. P. was still sitting with me, when the door opened and someone told me that I hadn’t been to the anaesthesiologist. Happy someone told me, P. and I made our way downstairs where we, you guessed it, waited some more. After having been informed about the risks of the surgery, the anaesthesia itself, and having been asked in which foot the braunüle should be placed for the surgery (little known fact: for top surgery the braunüle in your hand can’t be used as the arms need to be sterile, which is why they put one in your foot as well. Things you always wanted to know.) we directly went back to my room, because during our delightful talk with the anaesthesiologist (who wouldn’t be with me during my surgery but promised she’d try to visit me before I went under in the OR … which she really did, just before the lights went out) ward 8a had called to tell me to hurry up because Prof. Schwarz was waiting for me for our pre-surgery talk. When we arrived, he was already there and joined us immediately to do a last survey of what was about to be done. The pictures I had brought of my microcalcifications in my breast and lymph nodes were looked at and he decided for a consult and ultrasound diagnostics. Both physicians then decided that there was nothing really out of the ordinary justifying removing lymph tissue and I decided to go with their expertise and ignore all the different voices I had heard pre-surgery. After listening to the two docs talking a bit it soon became obvious that I wouldn’t go under first the following day (as the anaesthesiologist had told me) but second, as my roommate was also getting a hysterectomy done and there was yet another surgery for which I would serve as a kind of anchor in the middle. To cut a long story short: I was scheduled for being picked up between 11 and 12 A.M. the following day. As dinner had already been consumed and I was now allowed to eat up until midnight (and the idea of having to go till noon the next day without eating sounded very unappealing as I get hangry as hell), I decided to take down the single portions of peanut butter and almond-coconut butter I had taken with me on the journey after P. had left for the night. The idea was good but let me tell you that I strongly advice against the consumption of almond-coconut butter without some bread. On bread it is heaven. Without, almost unbearably sweet.

The next morning came. J. and I had hardly slept and so we started out occupying the bathroom very early as Prof. Schwarz would come to draw markings on our chest at 7:30, which happened exactly as scheduled and coincided with P. arriving at our ward. After that, J. was taken directly to the OR while P. and I remained in our room, a nervous amount of hours before us. The waiting game had a weird effect on me, though, as I calmed down considerably with every hour that passed.

Of course I wasn’t picked up between 11 and 12. It was 1:15 when a nurse peeked in, telling us: „You will be picked up in a minute. Do you still want your pill for relaxing?“ Not sure whether there was time left for the drug to kick in I still nodded because P. chimed: „Yes, you want that pill!“, in the background. I was still very chill, taking into account what was about to happen. But better safe than sorry and the prospect of having to do the trip to the OR without my glasses („They might get lost down there, you know. It happens.“) provided ample insecurity. A couple of minutes later I was picked up in my bed, P. at my side, chatting away with me until the elevator doors cut us off. Later, when we were back home she told me that she had to muster everything she had to not burst into tears at my side, because she then felt the tension and the fear of what was about to happen. I am very sorry that she swallowed this bitter pill alone and allowed herself her tears only after I had been taken downstairs. I would have wanted to be there for her in the moments leading up to this.

The journey downstairs went by in a breeze and soon we reached a door that could only be opened by making a phone call with the telephone attached to the wall 5 meters from the door. We had arrived in the OR-wing. In the first room they took me to a very kind man gave me my OR hat while to my right two men were readying the gurney for my surgery, putting on an incredibly green fabric that still produces a big fat „oooooohhh“ in my head. I would love to have something to wear in that color. But there is the possibility that this was exactly the time when the chill pill kicked in, because I noticed it being harder to articulate words than before. So maybe that green wasn’t really that awesome after all.

The whole thing took a turn to the bizarre (at least for me) when they wheeled me over to the next room where I should go under. Here a French anaesthesia nurse with Albanian roots took over, took a look at my tattoos and started telling me about his father who had tattooed the Albanian eagle on his leg when he was thirteen so that his son would never forget where he came from. Putting bodily harm to your underage child aside, the conversation was soon headed towards taking German classes and the guy told me that he had just passed C1 (precondition for going on duty inside the OR) while putting the braunüle in my hand. I congratulated him. And that, apart from hearing another person’s pulse who remained hidden behind a room divider, is the more or less last thing that I remember.

A facebook friend of mine, who is also an anaesthesia nurse had told me prior to my trip downstairs to find a go-to spot when I went under, to envision exactly that spot. I had decided on the very blue swimming pool at the hotel on Teneriffe, where P. and I spent one very nice vacation. That is where I wanted to be while the girls went bye-bye. Imagine my surprise upon opening my eyes and looking at a beach under palm trees. Strangely touched I looked around and found my next nurse, Sven. And in no time we were talking about administering anaesthesia on animals (btw: my roommates thought I had gone meschugge when I told them about the beach and the palm trees, because they hadn’t seen any. I was very relieved when another nurse overheard our conversation and told us that there are two recovery rooms and one of them has exactly that picture on the ceiling).

Surprisingly this is the point where memories of that day turn into fragments. P. had to tell me stuff later. Like that I said „Lalala“ when the elevator doors opened and I saw her and how relieved she was to hear that (because it is Max for something like „everything is peachy“). At that point I had already been reunited with my glasses. P. had made sure that a nurse would bring it to me after I had woken up. I remember being fed small bites of bread with spread by her, because I was nasty hungry. And that I received something against the nausea a bit later that night. I have no recollection of P. taking the picture that she took and sent out to people and that I used later to post that I was alright. What I do remember very clearly though is looking down at my torso thinking: That’s how it is supposed to be. How did it look again before? Until today I have to look at photos to remind myself what the girls used to look like.

On the next day I found out that now room 14 now was a trio. Another transguy had joined us the night before and he would receive his hysterectomy, while the nurses shooed us mastectomy guys to take a shower. Frankly, I was pretty scared to do so but it went ok. I did everything veeery slowly to not get my drainage tubes tangled and called a nurse to help me back into my gown afterwards, because my circulation wasn’t really up to speed yet. This was also my first moment with the enormous stench under my arms that would keep me company for the next couple of weeks because I wasn’t allowed to use deodorant. And let me tell you: Soap can only stop that stench for a couple of minutes.

After I had somehow put on one of my plaid shirts in reverse, there was breakfast. Having a relatively vegan meal worked out fine in the mornings and evenings, for lunch not so much. Which is why I ended up eating potatos with peas and carrots with some kind of pureed sauce for lunch three days in a row. Luckily the nurses told us at some point that it was completely alright to order food in. So P. and I had delivered food several times over that week.

On day two, J., K. and I took turns in walking around the wards on our floor trying to get the anaesthesia out of our systems. From there on, I didn’t need any pain meds, because what I had didn’t really qualify as pain. Still, my attempt to write ten postcards in a row encouraged by said lack of pain was followd by cramping muscles in my arm and shoulder so that I left the rest of the stack untouched until I got back home. I spent my days with reading the yellow press, walking up and down hallways and getting back to bed to have my nipples lasered. Time flew by, even though it was primarily spent by waiting.

Day 3: After three nights in a three-bed-bedoom my blood pressure went bananas. I couldn’t sleep, had back pains and spent my nights walking the hallways and drinking tea and talking to the night nurse. On the third evening, the nurse who had watched me do that asked me, whether I still had not slept. I nodded. She promised me valerian root and told me she would find me in a couple of minutes. When she came, she losened the brakes on my bed and told me „The next room is free for tonight. I’ll take you there now so that you can sleep alone for a bit. I’ll pick you up at the end of my shift.“ And so I did. I never thought it could be so soothing to only hear your own wheezing for a change. Wonderful. Thank you, nurse Monika! 🙂

On day four after the surgery and after having been returned to my room, I felt congested in every way possible. I didn’t really know why. But while my roommates went outside and started a violent bout of diarrhea (which for one of them turned into diarrhea with vomiting over the course of the day while the other was sent home), I retreated into the outermost corner of the room and started crying. Sobbing they found me in between their tours asking what was wrong. The only answer that came without hesitation was „34 years. 34 years with these things on my chest.“ I still feel like that was some kind of post-traumatic stress plowing its way outside. The tears helped substantially to feel better, even though the T we all received the day before didn’t show the usual effects of making me more stable. When K. was released, J. and I were told that our cuts had been substantial and the tissue loss so great that they wanted to keep us there for two more days. I was extremely relieved, because even though sleeping in a bed that wasn’t mine drove me crazy, the starting phlebitis in my left leg and the resulting insecurities made me want to have professionals around (which I knew I wouldn’t have once I was at home). And of course that meant that the dreaded removal of the drainage bottles could be put off for yet another couple of days.

On the morning of my release one news replaced everything else there was, on our ward as much as in the world: Donald Trump had actually been elected president. For me that meant that all the stress I felt regarding my release and the pulling of my drainage was replaced by a feeling of us all being doomed to live with that, somehow. Over the forenoon one of the nurses came to replace the steri strips and remove said drainages but this all went through a thick haze of disbelief and shock. The drainages went with a swift cut and tug after the vacuum of the bottles had been released. Don’t let them tell you otherwise. With the vacuum released, this is not a problem at all!

The Trump hangover followed us when I finally received my papers and P. could take my bag to the car to then proceed to the Autobahn, trying to avoid potholes wherever possible (note: riding a car one week after a surgery isn’t nearly as much fun as you’d think). The way back to Mainz was long, including a 16 km long traffic jam near Hannover which took us quite some time to pass and that was only interrupted by more depressing news about the U.S. elections and nasty nasty weather. But we made it in the late evening. Here at home our cat sitting hero M. had waited for us to arrive and helped getting everything settled in before she left – including a place to sleep which proved particularly hard, given my trumped mood (which in return cost P. quite a bunch of countenance). The first night at home had begun. My surgery was officially over.

Top surgery was such a big event. But given that it is almost 2 months in the past now, only the f0llowing words stick to my mind: fear, happiness, blood pressure, insomnia, drainage, toilet, congestion, finding a loo, pizza, peas and carrots with, yes, what was that???, P., watching TV, coconut spread, crying, the right chest, ends and beginnings, locker, tired, happy. I am incredibly thankful for the perfect result I am blessed to wake up with every single day from now on.

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