Durchgewinkt – Toilettenweihe // Going to the loo – trans rite of passage

Um es vorauszunehmen: der Bericht über meine Op wird etwas länger und ich kann noch nicht so viel tippen. Daher braucht das noch etwas Zeit. Die „Kleinigkeiten“ in der Zwischenzeit ziehe ich also einfach erst einmal vor.

Vor 2 Tagen war es soweit. Der Hüttenkoller erwischte mich so sehr, dass ich P quasi anflehte, mich mit in die Stadt zu nehmen, als sie ein paar Dinge erledigen wollte. Hocherfreut verlud sie mich ins Auto und fuhr mit mir nach Mainz, wo wir zuerst eine Bestellung auslieferten, bevor sich unsere Wege trennten. Ich war vorbereitet, hatte mir etwas zum Lesen eingepackt und wollte mir in einem Café die Zeit vertreiben. 

Vorsichtig bewegte ich mich durch die Straßen und ging sorgsam Menschen aus dem Weg, die mir zu nahe kamen. Zu panisch bin ich noch in Sachen Narbe und Schmerzen, um ein Gerempel zu riskieren. Kurz bevor ich dann das Café erreichte, passierte es. Meine Blase meldete sich zu Wort. Dem Besuch einer öffentlichen Toilette war nicht mehr aus dem Weg zu gehen. Der Kaufhof war die nächste Anlaufstelle und so fand ich mich ein paar Minuten später vor der Tür zum Vorraum der dortigen Toilette, bewacht normalerweise durch eine sehr freundliche Klofrau, die in letzter Zeit eher verwirrt bezüglich meiner binären Zuweisung gewesen war, einer Aufgabe, der sie sonst leidenschaftlich und mit schlafwandlerischer Sicherheit mit dem Wink eines ihrer Arme nachging. Männer rechter Arm, Frauen linker. Bei mir blieben ihre Arme meist in einer Art Schwebezustand. Im Moment war ich allerdings eher beschäftigt damit, meine Fähigkeit, die Tür zu öffnen, abzuschätzen. Ich drückte die Klinke und vor mir saß ein gewaltiger Klomann, den ich noch nie gesehen hatte. Er blickte mich an, begrüßte mich und wies mir nach dem Bezahlen den Weg zur Herrentoilette.

Kein Zögern, kein zweiter Blick. Einfach nur durchgewinkt. Ich eierte mit meiner Einkaufstasche ins Klo und musste dann erst einmal durchatmen. Einmal vor Schmerzen und das zweite Mal, weil es nun mal das erste Mal war. Aufregende Zeiten.

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To say it in advance, my stories about my time in Hamburg will take some more time. I can’t type too much at a time at the moment, so I plan to deal with shorter texts first.

Two days ago I was seriously fed up with staying at home all the time and basically begged P to take me along with her when she went into town. Happy to oblige she put me in her car and drove to Mainz with me. There we did a short delivery before our ways parted. I came prepared. I had brought a book to hole up in some café in the meantime.

I maneuvered the streets very carefully in order not to bump into someone and cause pain to my scars and nipples. Then, shortly before I reached the café, it happened. My bladder filled to the max (no pun intended) I had to steer towards the next possible public restroom and „Kaufhof“ was the one closest by so I found myself in front of the door a couple of minutes later. This restroom is the realm of a relatively friendly lady who directs people to their respective loos with the flick of an arm: Women, left arm, men right arm. Lately her arms had more often than not been hovering in mid-air when she saw me, because I went against her binary grain with my tits and my sorry excuse for a beard.

I opened the door and was greeted by a large man what had obviously taken th lady’s job for the  day. He looked at me, greeted me, and then sent me to the men’s room.

No hesitation. No second glance. A very unglamorous rite of passage. With my shopping bag in both hands I went ahead to my stall. Closed the door and took a deep breath. One for the pain, the other one for that being the first time. Exciting times.

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