Projekt Hühnerbrust // Code name: Flat chest

Da bin ich wieder. Runderneuert „obenrum“, mittendrin im Projekt Hühnerbrust sitze ich am frühen Morgen im Wohnzimmer in Katztel und lasse mir die Sonne auf den Rücken scheinen, während ich teste, wie lange ich schon schreiben kann. Ich bin gespannt. 

Heute früh habe ich den ersten Spaziergang seit sehr langer Zeit gemacht. Die OP-Narben erlauben es mir nicht wirklich, die Feuerschutztür an unserem Wohnungseingang selbst aufzuziehen, also verließ ich ganz früh mit P das Haus, als sie zur Arbeit fuhr. Es war die einzige Möglichkeit, etwas Bewegung in meine Beine zu bringen. 

Seit meiner Entlassung aus dem Krankenhaus vor vier Tagen habe ich in meinem Ruhesessel gelümmelt und bin bei jeder sich bietenden Gelegenheit eingeschlafen. Die Narkose, so scheint es, wirkt immer noch etwas nach. Ich bin es nicht gewöhnt, Dinge langsam angehen lassen zu müssen. Nicht gewöhnt, P um Kleinigkeiten zu bitten, die die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit meines Oberkörpers einfach nicht zulässt. Den November über wird das voraussichtlich auch besser so bleiben. Also brauche ich einen Plan für meine Tage. Zu sehr habe ich in den vergangenen Tagen festgestellt, wie gerne ich viel zu tun habe. 

Wie es mir geht? Abgesehen davon, dass die die Welt in Schutt und Asche zu fallen scheint? Mit dem Ergebnis der OP soweit prima. Ich hätte es mir nicht besser wünschen können. Und doch weine ich immer wieder ab und zu. Nicht, weil ich einen Fehler gemacht habe oder den Schritt bereuen würde. Den Kern habe ich woanders ausgemacht: 3 Tage nach der OP platzte der Heulknoten. Als mich mein Bettnachbar J fragte, ob etwas nicht in Ordnung sei, konnte ich nur hervorschluchzen: „34 Jahre Titten. 34 Jahre!!!! Das ist jetzt alles endlich vorbei“. Ich glaube, ich erlebe gerade, zusammen mit dem Körperschock, den ich offensichtlich noch habe, eine Art posttraumatischen Stress. Umso wichtiger, alles Schrittchen für Schrittchen zu tun und nicht in großen Bissen, wie ich es gewohnt bin. 

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I guess I am back. Complete with first floor renovations, code name: flat chest. Right now I am in our living room, testing how long  I am able to type something, while the morning sun warms my back. 
This morning I took my first walk in ages. The scars don’t allow me to pull open our apartment door by myself, as it is a heavy-as-fuck fire door. Which is why I left the apartment together with P when she went to work. For the next couple of weeks this will be my exercise routine and I plan to extend the walks bit by bit. 
Since my release from the hospital four days ago I have spent my days in my lounge chair, falling asleep at every opportunity. The anaesthesia still needs to be digested, I guess. I am not used to doing things slowly. Or having to ask P for the smallest things, because my upper body can’t achieve the action needed. And yet, it is most likely to stay that way for November. Which is why I need a plan to structure my days in order not to go crazy with boredom. I like having to work a lot. Something I also found out lately. 
So how do I feel, apart from the world apparently falling to ashes? I am ecstatic about the surgery results. I couldn’t have imagined it any better. And yet I have bouts of crying every now and then. Not because I feel I have made a mistake, mind you. No. This crying is different. And I found out the reason three days after surgery, when I first started crying after having felt quite rotten for two days: When my room mate J asked me, if something was wrong, I sobbed back: „34 years worth of tits. 34 years! Finally this ordeal is over“. I think together with the body shock I need to deal with, there is some kind of PTSD-like thing going on. Which makes it all the more important, to do things in miniscule steps instead of in big bites, like I am used to. 

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