Liebes Tagebuch (1) // Dear Diary (1)

Meine Mastek nähert sich in riesigen Schritten. In den kommenden Wochen will ich jeden Tag etwas darüber schreiben, wie es mir so geht, worüber ich nachdenke. Schon auch so wie vorher immer, aber eben täglich. Manchmal vielleicht kürzer, manchmal länger, manchmal nur Stichworte. Je nachdem, was der Tag gerade so hergibt. Heute ist der 10. Oktober (obwohl ich einen Gutteil des Tages aus unerfindlichen Gründen dachte, es sei der 11.).

Nach einigem Hin- und Hertelefonieren hat sich heute morgen endlich meine Radiologin noch einmal gemeldet. Ich hatte darum gebeten, weil sie auf ihrem Befund zur Mammographie zwar schrieb, es habe sich keine Veränderung meiner Mikroverkalkungen in den Achseln ergeben, aber im letzten Jahr schrieb sie etwas von beidseitig im Parenchym der Brust und dieses Jahr etwas von einseitig und in einem Lymphknoten. Das sind für mich zwei sehr verschiedene Dinge. Letztes Jahr wurde eine Probenentnahme empfohlen, dieses Jahr empfahl sie Beobachtung in einjährigen Abständen per Ultraschall. Der Anruf machte es nicht besser. Es sei so, dass der aktuelle Befund andeutungsweise schon auch im letzten Jahr vorgelegen habe, nur sei das Bild deutlicher. Aha. Und ich soll doch mal was entfernen lassen. Den Lymphknoten? Ja. Aber nur, wenn das keine Nebenwirkungen gibt. Oder was vom Parenchym? Nee, alles so vorsichtig wie möglich. Noch mal aha. Übersetzung: Die Dame weiß nicht wirklich, was sie will. Hat mich das beunruhigt? Nee, nicht wirklich. Ich habe beschlossen, beide Befunde mit nach Hamburg zu nehmen und einfach noch mal dem Chirurgen vor die Füße zu werfen. Er soll mir sagen, was er davon hält. Ich sage: Wenns unverändert ist, besteht für mich kein Bedarf, mehr zu schnippeln, als unbedingt notwendig.

Die Sonne hat heute Mittag wunderbar auf die Mittagspause geschienen. Es tut gut, vormittags keinen festen Zeitplan zu haben. Ich war heut früh zuerst im Fitnessstudio (dort erreichte mich auch der Anruf der Radiologin, als ich mich gerade von einem Set Kreuzheben in die Aufrechte begab). Danach hab ich eingekauft. Eine Vorratsladung Katzenstreu, damit P das für die Zeit nach der OP im Keller hat und nicht noch den Transport vom Supermarkt bewerkstelligen muss. Nachmittags hab ich ein paar Bestellungen bearbeitet. Und übersetzt. Dann habe ich zum ersten Mal Bohnensuppe im Schnellkochtopf gekocht. Eine spannende und irgendwie doch nach wie vor unheimliche Angelegenheit. Und jetzt sitze ich nach Salat und Suppe am Rechner und schreibe Tagebuch.

Ich stehe ziemlich unter Strom. Bin reizbar und unruhig, zappele herum. Ich habe keine Angst vor dem, was mich erwartet. Ich strotze vor Erwartungsspannung.

Zugegeben, das war jetzt nicht wirklich spannend. Aber das war der 10. Oktober.

___________

My top surgery (btw: double incision) is getting closer. Over the next weeks I want to write down, how I feel, what I am thinking about while preparing for the big event. Basically this means entries like before, but on a daily basis. They may be shorter than ususal, sometimes even longer than before, and sometimes I’ll maybe just jot down some quick notes. Wherever the day takes me. Today is October 10th (even though I spent the majority of the day absolutely convinced that it was the 11th. Go figure).

After calling time and again, my radiologist finally returned my call this morning. I had asked for her calling me back because even though she stated that the findings in both my axilla hadn’t changed over the past year initially, she wrote down two very different findings and recommendations in the later part of her report. To put it in a nutshell:

Last year: micro calcifications mamma parenchyma of both axilla, recommending removal during top surgery for further diagnostics.

This year: micro calcification in lymph node of left axilla, recommending check-up in a year via ultrasound.

As I said. Two very different things. The call didn’t make it any better. Yes, she stuttered, unprepared, the findings of this year might have been interpreted like that even last year, but this year’s x-rays were simply better. Yes, please take out some calcification for some analysis. The lymph node, I ask? Yes. No. As minimally invasive as possible. Maybe from the parenchyma then? Whatever produces less side effects. And very carefully.

In other words: she wasn’t prepared, she hadn’t made up her mind prior to calling me. Do I believe her that the calcifications are benign? Yes. Am I concerned? Minimally. Nah, not really. I have decided to take both reports with me to Hamburg and to show them to the surgeon. I will follow his lead. And if he opts for leaving it in, the better. No need to cut off more than absolutely needed.

The sun blessed my lunch break today. It is so relaxing to have the mornings at my disposal. So I went to the gym first (which is also where I got the call from the radiologist when I just came up from a set of deadlifts). After that I got a larger supply of kitty litter which I took to the cellar so that Petra will not have to get it during the time after my surgery (10 kg bags). Afternoon: processing some orders, some translation. And after that I cooked up my first bean soup from dried beans in the pressure cooker. Interesting and still a little bit scary. And now, after soup with salad, I writing this day’s entry.

I am seriously wired right now. Irritable, fidgety. I am not scared, mind you. I am bursting with anticipation.

Admittedly, not a very exciting day. But that was the 10th of October.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.