Unterwegs. // En route.

Die OP rückte immer näher. Und das, was ich vermutet hatte, stellte sich so langsam ein: ich wurde unruhig. Obwohl so ziemlich alles schon organisiert war, schlief ich plötzlich nachts schlecht. Keine Ängste oder Panik oder so. Einfach nur wach. Und auch noch zu unterschiedlichen Zeiten. Manchmal um drei. Manchmal aber auch um 4.30 Uhr morgens (was besonders eklig ist, weil du dann, solltest du noch mal einschlafen, den Rest des Tages als verquollener Dunstball rumläufst).

Dann, vor ein paar Tagen, schepperte vormittags bei der Arbeit mein Telefon und eine freundliche Stimme sagte mir, dass mein OP-Termin verschoben werden müsse. Ein Termin, auf den ich jetzt seit fast fünf Monaten warte. Für den wir alles organisiert hatten, von einer enthusiastischen Freundin, die sich um die Katzen kümmern würde, bis hin zum Hotel für P, die bereitwillig mit mir kommen wollte. Vielleicht lag es daran, dass ich zwar die Abreise und das Einchecken im Krankenhaus, nicht aber den OP-Termin selbst in den Kalender eingetragen hatte. Vielleicht war es das Universum, das mir damit sagte „Hey, du kannst noch ein paar Tage mehr Training und Entspannung vor der OP vertragen“ oder so. Vielleicht war es aber auch einfach nur der Operateur, der Bock auf Urlaub hatte.

Wie dem auch sei, es ist, was es ist. Nach einer halben Stunde im Freien und zwei Zigaretten (den ersten nach mindestens vier Jahren) sowie jeder Menge Telefonanrufen ging es mir schon etwas besser. Aber die Enttäuschung, das Gefühl des Ausgeliefertseins, das ging nicht so schnell weg. Ich knurrte bestimmt zwei drei Tage, bis ich mich wirklich beruhigt hatte.

Jetzt könnt mer sagen: Ist doch eigentlich gar nicht so schlimm. Ist ja auch nicht auf nächstes Jahr verschoben, sondern nur ein paar Wochen weiter. Stimmt. Das ist in der Tat nicht viel. Vergeht ganz sicher wie im Flug. Aber trotzdem ist es ein bisschen so, wie im Endspurt ausgebremst zu werden. Irgendwie doof, einfach.

Und so sitze ich hier und organisiere weiter. Ein bisschen im luftleeren Raum. Ein luftleerer Raum, der erstaunlich warm ist für Mitte September. Bleibt also eigentlich nichts, als sich am Wetter zu freuen, den Proteindrink einzupacken und Sport zu machen. Oder sich mit netten Menschen zu treffen. Oder einen Kochkurs zu geben. Es ist doch alles auf dem Weg.

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So, the date for my top surgery was coming up. Closer and closer. And it brought what I thought might happen all along: I started getting restless. Even though I was on top of things in terms of preparation, I started losing sleep. No fear or panic attacks. I was just awake. At different times of the night. Sometimes at three, sometimes around 4.30 A. M. (which is particularly nasty because if you fall asleep again, you will be one puffy fogball for the rest of the day).

Then, a couple of days ago, my cell rang in class and the friendly voice on the other end of the line told me, that my surgery had to be postponed. A date I had been planning and waiting for for the the past five months. For which we had set up everything, from a dear and enthusiastic friend who would take care of the cats for us to a suitable hotel room for P to stay at, because she intends to be there for me, bless her! So maybe it was the fact that I hadn’t written the actual date in my calendar yet (to my defence: the checkin-day was marked in red). Maybe it was the universe telling me that I might benefit from a couple of more days of workouts and relaxation before embarking on this journey. Or maybe it simply was my surgeon who decided that taking a spur-of-the-moment fall vacation might be a swell idea.

Whatever it was, it is, what it is, what it is. Half an hour, two cigarettes (the first in four years), and a load of phone calls later I started feeling better. But the disappointment, the feeling of being left out in the rain lingered. I went about my life snarling for at least two more days.

Of course you might say: But that isn’t the end of the world. The new date isn’t next year, it is just a couple of weeks later. And that is very true. The days will blow by in a breeze. But it still feels like being thwarted on the last meters of a sprint. Like being taken away the weight you were about to bench-press. It simply leaves you dissatisfied.

And so I am sitting here, proceeding with the planning. And it feels like I am trapped in some kind of vacuum. A very hot one, I might add, for mid-September. The only thing left to do is to be happy about the weather, fetch myself a protein drink, and work out. Or to meet with nice people. Or to teach a cooking class. Because everything is still en route.

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