Stimmt. // Voiced.

Ich liebe meine neue Stimme. Sie ist cool. Wenn ich will, sexy. Sie durchdringt den Raum und schwingt so viel weiter, als früher.

Auch wenn meine Stimme nie eine Piepsstimme war und ich im Chor nie bei den „Mädchen“ stand (aber eher, weil ich die einzige Person war, die die zweite Stimme auch gegen den Druck von 20 anderen Stimmen halten konnte, wie eine zur Abwechslung undurchdringliche Helms Klamm), hat sich so viel mit meiner Stimme getan, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll, mich zu freuen.

Da ist diese tiefe Stelle in dem Song, bei dem ich immer mitsinge, die ich nie erreichen konnte und die jetzt eine meiner leichteren Übungen ist. Der leicht vorstehende Kehlkopf, der Dank meines Doppelkinns leider viel weniger sichtbar ist, als ich mir wünschen würde. Die kleine Gänsehaut, wenn ich die verschiedenen Stimmaufnahmen der letzten 13 Monate im Vergleich abspiele. Da ist dieser Moment, wenn ich den Anrufbeantworter bespreche (ja, wir haben nach über 11 Jahren wieder einen Anrufbeantworter) und beim Kontrollhören der Ansage meine Stimme nicht mehr als meine erkenne. Langjährige Kollegen, die mich am Telefon nicht mehr erkennen, wenn sie meinen Anruf nicht erwartet haben, und irritiert fragen, warum ihnen ein fremder Mann vertraulich zum Geburtstag gratuliert. Da ist mein Gelächter, das derart schallt und hallt, dass ich manchmal gar nicht mehr aufhören möchte, zu lachen. Und da ist diese sexy Vibration, von der ich sicher bin, dass sie sich jetzt noch angenehmer anhört, als früher.

Ich liebe meine Stimme. Ich benutze jetzt noch viel öfter. Manchmal so lange, bis ich heiser bin. Weil sie toll ist. Weil ich selbst nie satt werde, sie zu hören. Sie sagt: „Hey, genau das ist deine Stimme. Sie war schon immer da. Cool, dass man sie jetzt auch hören kann.“ Ist das ein bisschen selbstverliebt? Aber sicher! Und irgendwie finde ich, das macht überhaupt nix.

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I loooove my new voice. It is cool. Sexy. Raunchy even, if I so want. It permeates the room and goes so much deeper than before.

Even though my voice was never of the squeaky kind and I never was placed with the „girls“ at choir practice (to be honest that was rather due to the fact that I was the only one able to carry the second voice against the onslaught of 20 other, higher voices and keep it for a change, like Helm’s deep), aspects of my voice have changed so much that I don’t even know, where to begin. I am just so happy!

There is this deep part of a song that I always sing along to and that I was never able to reach, that is now one of the easier parts of singing with a low voice. My slightly protruding Adam’s apple which sadly still kinda hides behind my double, nay, triple chin. The goosebumps I get when listening to the voice recordings I made over the past 13 months. That moment, when I record the message for our answering machine (yes, we have one of those again, after 11 years of happily living without one) and I don’t recognize my voice when I play it back. Seasoned colleagues, who don’t recognize me on the phone because they didn’t expect my call and ask, with irritation in their voice, why an unknown man knows private information and sings happy birthday to them. There is my laughter that reverberates through a room and seems to sink into everything and everyone that I sometimes don’t even want to stop laughing. And there is that sexy timbre of which I am certain that now it sounds even more mellow than before.

I love my voice. I use it even more today. Sometimes until it goes all croaky. Because it rocks. Because I never get tired of hearing it. It says: „Hey, that is your voice! Somehow, it has always been there, but it is wonderful that you can hear it now, as well.“ Is that a tad narcissistic of me? You bet it is! But somehow, I couldn’t care less.

 

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