Muckibude – Liebe auf den 2T Blick // Hitting the gym – Love at second sighT

Körperertüchtigung und ich, das war immer eine ziemlich zähe Geschichte: Bevor ich mit Testo begann, hasste ich eigentlich jede Form von Bewegung. Und es ist nicht so, als hätte ich es nicht versucht. Ich trat einem Frauenfitnessstudio bei und ging vielleicht 10 Mal. Ich probierte Nordic Walking. Begann und blieb sogar eine ganze Weile bei Kendo (aber nicht, ohne die körperlich anstrengende Seite immer doof zu finden) und begann außerdem, zu paddeln. Wenn ich es mal geschafft hatte, ok, ja, dann fühlte ich mich hinterher schon ganz gut. Aber primär schlapp und erschöpft. Und erschöpft war nie gut. Mein Antrieb, meinen Körper durch dauerhafte Ertüchtigung in einen generell fitteren Zustand zu versetzen, war immer nur anfallsweise und bestenfalls zu Singlezeiten vorhanden, wenn ich meine Energien nicht erfolgreich auf meine jeweilige Partnerin umlenken und durch Romantik begründen konnte.

Dass das jetzt anders geworden ist, hat weniger damit zu tun, dass meine Beziehung zu P nach 15 Jahren unromantischer geworden ist (vielleicht ist sie das, aber ich finde, wir halten uns für 15 Jahre immer noch ziemlich prächtig). Es hat sich etwas grundlegend anderes verändert.

In den ersten Monaten der Hormonsubstitution beschwerte ich mich regelmäßig bei meinem Therapeuten über den nach wie vor fehlenden Antrieb, meinen Körper in eine andere Form zu bringen, obwohl mit der Mastektomie doch ein klares Ziel hin zu einer erträglicheren Körperwahrnehmung definiert war. Was hatte ich denn erwartet? Dass mir mit der ersten Spritze hulk-technisch der Drang zu Bewegung quasi auf den Bauch geschnallt werden würde? Keine Ahnung. Als der Bewegungsdrang sich aber auch nach den Speed-Wechseljahren im Sommer nicht so recht einstellen wollte, raffte ich mich im September auf und ging sechs Mal pro Woche zum Training. Wenns schneite. Zu Weihnachten. Wenn die Nase zu war. Eigentlich immer. Und es tat sich genau nix. Zumindest auf der Waage. Ich nahm sogar erst mal zu. Es brauchte hin und wieder schon ein gewaltiges Maß an Zähnezusammenbiss, um mich nicht in einen Selbstmitleidball zu verwandeln, der sich bevorzugt im Bett aufhält. Gegen Januar merkte ich dann, dass ich schneller die Treppen heraufkam im Fitnessstudio (das Ding hat 6 (in Worten: sechs!!! Stockwerke). Dass ich mehr Gewicht heben konnte, als je zuvor. Dass mein Körper minimal kompakter wirkte.

Und so ab März passierte, was ich nie für möglich gehalten hätte. Mir fiel auf, dass Tage ohne Fitnessstudio (ich hatte die Trainingstage etwas abgespeckt, weil ich mit weniger Trainingstagen mehr abnahm (???)) zwar weniger stressig, aber nicht so entspannt waren. Und so begann ganz gaaaaanz zaghaft eine kleine Liebesgeschichte. Und wie das mit Liebesgeschichten so ist, stellte ich zunächst mit Irritation fest, dass ich mich freute, wenn ich das Auto vor dem Haus parkte. Und dann, dass mir die anstrengendsten Übungen am meisten Spaß machten. Dass sie noch mehr Spaß machten, wenn ich dazu ächzte und stöhnte (nein, nicht was ihr jetzt schon wieder denkt, tsts). Dass ich es toll finde, wenn das T-Shirt langsam komplett durchschwitzt. Und dass ich auch freiwillig länger mache, wenn ich mal keinen so eng gesteckten Zeitplan habe. Wenn ich jetzt, wie letzte Woche z. B. wegen Kreislaufbeschwerden durch die Hitze, mal ein paar Tage in Reihe nur ein bisschen radele, dann fehlt mir was. Zaghaft zwar, nach wie vor, aber unverkennbar. Wenn wir uns mal länger nicht sehen, liebes Fitnessstudio, dann finde ich das richtig doof.

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Physical exercise and me used to be like taking a shower and staying dry while in there: It just didn’t happen. Before I began HRT, I detested any kind of workout. And it was not for lack of trying. I went to the women’s gym. Cancelled. I did nordic walking, I did kendo for quite some time (but never without detesting the physical part), I tried kayaking. See, whenever I got over myself and did a workout, I felt kinda nice. But the primary sentiment was feeling depleted and flaccid. And feeling depleted is not my favorite thing. At all. My drive to transform my body into a generally more buff state of being permanently lacked, well, drive and was most present, when I was single, because when I was single, I wasn’t able to divert my energies to my partner and blame it to being romantic.

That this kinda changed doesn’t have anything to do with the fact that my relationship with P has turned less romantic (maybe it has, but I think for 15 years we are doing pretty darn great). Something very basic, it seems, has changed.

In my first months of HRT I kept complaining to my therapist about me not feeling any drive to turn my body into a more masculine shape by working out, even though with the mastectomy around the corner, a clear deadline for achieving a more bearable outer shell had been set. What was I expecting? That the need for moment would magically appear like Hulk’s rage-body once I was injected with liquid gold? I guess, kind of. But when I had gone past my „change on speed“ during the summer, September came and I still couldn’t muster a decent bout of „I like to move it move it“, I forced myself to go to the gym 6 times a week. And I mean forced. When it snowed. Over Christmas. When I had a stuffy nose. Basically every day except Saturday. Nothing happened weight-wise. I even gained weight. This stage took a serious amount of gritting my teeth and sticking with it while trying not to reduce myself to a ball of self-pity, rolled up in my bed. Towards the end of January I noticed that I could walk up the stairs of my gym with more spring in my feet (my gym has, read my lips: six levels!!!) and that I could move more weight than before. In addition my body seemed a little more compact.

Come March, something happened that I would never have thought possible: I found that those days on which I didn’t go to the gym (I had reduced the amount of workout days because that way I seem to shed more weight (???)) were less stressful but also less relaxed, if that even makes sense. And thus came about a soft, delicate little love story. And as love stories go, it started with me noticing that I kinda smiled when I pulled up to the gym. That the most sweat-producing, complex sets were the ones I looked forward to. That they even were more fun, when I made loud grunting noises while doing them (no, not that, get your minds outta the gutter, y’all). And that I adore my t-shirt slowly drenching away, producing wet spots in just the right places. And that I might even stay a bit longer and do some alternate sets when I have more time. Now, when things like the heat wave last week force me to not go to the gym for a couple of days for health reasons, something is definitely missing. Still, a very delicate flower, it is unmistakeable: when I don’t get to you regularly, dear gym, that kinda really sucks.

 

 

 

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